Das war anstrengend, schon wieder zwei Stunden lang im Stau gestanden und nichts ging mehr. Zehn Kilometer Stau können unglaublich lang sein. Da möchte niemand drin stehen. So denken sicherlich die meisten Menschen, doch im Grunde ist dies Jammern auf höchsten Niveau. Wer sich darüber beschwert, sollte sich einmal vorstellen, wie es gewesen sein muss, in einem der längsten Staus der Welt gestanden zu haben.

344 km: Weltrekord zur Weltmeisterschaft

Der wohl längste Stau der Welt ereignete sich im brasilianischen São Paolo. Am 20. Juni 2014 brach der Verkehr in der WM-Eröffnungsstadt endgültig zusammen. Die Menschen wollten eigentlich nur zeitig zu Hause oder in einer Bar sein, um sich das Spiel Brasilien gegen Mexiko anzusehen, welches um 16 Uhr Ortszeit angepfiffen wurde. Für die meisten Fans wurde die Fahrt allerdings zum Albtraum, denn in der ganzen Metropole staute sich der Verkehr auf insgesamt 344 Kilometern. Das entspricht etwa 40 Prozent des gesamten Straßennetzes der Stadt.

35 km: Rekord mit Tunnelblick

Im Vergleich zu dem WM-Stau in Brasilien hatten es die Verkehrsteilnehmer am 31.07.2010 noch relativ leicht. An diesem Samstag begonnen in Baden-Württemberg und Bayern die Schulferien, was viele Menschen dazu bewegte, nach Österreich zu reisen. Blöderweise haben sie die Rechnung ohne die anderen Autofahrer gemacht, die sich dafür ebenfalls die Route durch den Tauerntunnel ausgesucht haben. Das Verkehrsaufkommen war so groß, dass der Verkehr im Tunnel teils nur noch blockweise möglich war. Endergebnis: 35 km Stau und eine Wartezeit von etwa vier Stunden.

460 km: NRW in Schockstarre

Ein weiterer Rekord kommt aus dem schönen Nordrhein-Westfalen. Der Winter des Jahres 2013 hatte es durchaus in sich, besonders am 15. Januar. Schnee und Eis sorgten für chaotische Zustände auf den Straßen und es ereigneten sich so einige LKW-Unfälle. Der ADAC gab bekannt, noch nie ein so hohes Stauaufkommen registriert zu haben, denn in ganz NRW staute sich der Verkehr auf insgesamt 460 Kilometern. Damit ist der Stau zwar größer als der in Brasilien, verteilte sich aber auf ein deutlich größeres Gebiet und belegt daher leider nur den zweiten Platz.

45 km: Stillstand im Norden

Gute Nerven brauchten urlaubswillige Reisende am 20. Juli 2013. An diesem Wochenende war mal wieder Ferienbeginn in NRW, der unglücklicherweise zeitgleich mit dem Bettenwechsel in Dänemark stattfand. Eigentlich wollten die meisten Menschen nur ans Meer und hielten die A1 für den besten Weg dort hin. Spätestens in Hamburg war jedoch Schluss mit der Reise, denn dort staute sich der Verkehr zeitweise über 45 Kilometer lang.

34 km: Gotthard ihn selig

Zugegeben, das Wortspiel war nicht sonderlich gut, aber immer noch besser als das, was Reisende am Wochenende um den 18. Juli 2009 am Gotthard in der Schweiz durchmachen mussten. Wie üblich war mal wieder Ferienverkehr. Das schlechte Wetter hat wohl zusätzlich dazu beigetragen, dass sich der Verkehr vor dem Gotthardtunnel in Richtung Süden auf bis zu 24 Kilometer anstaute. Teilweise mussten die Urlauber bis zu sechs Stunden auf eine gescheite Weiterfahrt warten. Zeitgleich kam es noch in Richtung Norden zum Stau. Zehn Kilometer lang war der Stau vor dem Zoll in Chiasso.